Australische Soldaten trinken heißen Kaffee in Schützengräben an der Front (AWM E00085)

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Veröffentlicht am Februar 21 2018

„Es ist unser Wunsch, auszudrücken, dass wir tief in der Schuld des Australian Comforts Fund stehen. Ihre Suppenküche war das Ziel, das während der furchtbaren Außenmissionen abseits der Frontlinie auch den erschöpftesten Mann durchhalten ließ.“ – „The Somme Winter 1916-1917“, Die Geschichte des 22. Bataillons

Im Krieg können kleine Vorteile einen großen Unterschied machen. Die Versorgung mit Heißgetränken – Tee, Kaffee und Kakao – war entscheidend für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Moral der Soldaten an der Westfront.

1916-17 erlebte Frankreich einen der schlimmsten Winter seit der Wetteraufzeichnung und die Bedingungen in den Schützengräben waren so schlecht, dass sie annähernd so viele Opfer wie die Kämpfe forderten.

Von Schlafentzug geplagt, im eisigen Wasser stehend und frierend in Decken gehüllt, betrachteten die australischen Truppen die Heißgetränke als gleichermaßen tröstlich wie auch aufgrund des Koffeins als anregend.

Wenn gemeinnützige Organisationen wie das Rote Kreuz und der Australian Comforts Fund mit Stärkung kamen, wurden sie als Heilsbringer angesehen.

Ihre Küchen waren oftmals nicht mehr als Wagen mit tragbaren Herden, besetzt mit Frauen, die den Männern beim Vorrücken folgten, aber Schätzungen besagen, dass sie an Soldaten, die aus dem Schützengraben kamen, 12 Millionen Tassen Tee, Kaffee und Kakao ausgegeben haben.

Eine willkommene Tasse Tee beim Australian Comforts Fund im Longueval, Bapaume (AWM E00034)

Nach dem Krieg haben einige Autoren beim Nachdenken über den Sieg der Alliierten die stärkende Wirkung von Tee als Teil der erfolgreichen Strategie erwähnt.

1921 bemerkte der britische Neurologe M. Allen Starr: „Während des [Ersten Welt-]Kriegs wurden die englischen Truppen kostenlos mit Tee versorgt und hatten ihn statt Wasser in ihren Feldflaschen.“

Der oberste Militärarzt der britischen Armee Annesley de Renzy schrieb: „Alles, was ich sagen kann, ist, dass auf einem langen Marsch und in Situationen, in denen Truppen großen Härten ausgesetzt sind, eine Tasse Assam-Tee eines der Getränke ist, die bei einem Soldaten am meisten für Durchhaltevermögen und Stärkung sorgen.“

In jüngerer Zeit haben die Autoren Ian und Iris MacFarlane die Behauptung aufgestellt, Tee sei gleichermaßen stimulierend wie entspannend.

„Das Koffein stimuliert und entspannt Körper und Geist, stärkt das Selbstvertrauen des Trinkenden und macht ihn damit effizienter als Kämpfer. Koffein wirkt auch gegen Stress und bei Verletzungen, daher ist die unmittelbare Reaktion von Briten nach einem Unfall die, eine heiße Tasse süßen Tee anzubieten oder zu trinken.“

Während Briten und Tee fast synonym waren, hatten Amerikaner andere kulturelle Traditionen, die auf die Boston Tea Party (1773) zurückgehen, als es „patriotisch“ wurde, auf Kaffee umzusteigen.

US-Truppen, die in Europa eintrafen, wurden zur „Wiederherstellung von Tapferkeit und Stärke“ und zur „Aufrechterhaltung der Moral“ mit großen Mengen Kaffee versorgt.

Die Vereinigten Staaten errichteten sogar eigene Kaffeeröstereien und Mahlwerke in Frankreich, um die Versorgung zu gewährleisten.

Dann fingen sie an, eine neue Art von Kaffee auszugeben: Instantkaffee. Das lösliche Kaffeepulver wurde wegen seiner einfachen Zubereitung und guten Verdaulichkeit bereits seit 1910 an amerikanische Verbraucher vermarktet, und für die Männer an der Front wurde es in Ein-Portionen-Beutel verpackt.

George Washington (keine Verbindung zum ersten Präsidenten) war eine der ersten großen Marken, die dem vielfachen Wunsch nach einer „Tasse George“ nachkam.

Die Amerikaner tranken auch heißen Kakao, der von der Young Men’s Christian Association verteilt wurde.

Die YMCA schickte 25.000 Freiwillige in den Krieg, die mit Ruhehütten und Feldküchen in der Nähe von Schlachtfeldern für Stärkung sorgten.

Die Soldaten hatten zwar ihre Vorlieben, aber in Wirklichkeit nahmen sie das dankbar an, was auch immer geboten wurde.

Referenzen

Weiterführende Literatur:

Alan Macfarlane und Iris MacFarlane. The Empire of Tea.

Karen Zeinert. Those Extraordinary Women of World War I.

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