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Schriftsteller im Krieg

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Veröffentlicht am 19 Februar 2018

Ungeachtet all seiner Schrecken gab der Erste Weltkrieg auch literarische Impulse und diente als Inspiration für einen beträchtlichen Teil der bedeutendsten Poesie und Belletristik des 20. Jahrhunderts.

Der Krieg brachte eine Vielzahl von Reaktionen hervor, die von Idealismus und Mitgefühl bis zu Desillusionierung und Wut reichten. Infolgedessen stieg auch die Zahl der englischen Dichter sprunghaft an, darunter Siegfried Sassoon und Wilfrid Owen.

Die Autorin Katherine Ashenburg fand verschiedene Gründe für die erstaunliche Zunahme von literarischem Talent:

‚Der Erste Weltkrieg beinhaltete eine schreckliche Neuheit … es war seit fast einem Jahrhundert der erste Krieg, in dem viele europäische Länder gekämpft haben, und es war der erste technisierte Krieg. Er begann mit Idealismus und Naivität, doch eher früher als später wurde vielen Menschen klar, dass das Ganze ein offenbar endloses Durcheinander war.‘

Siegfried Sassoon beschrieb die Schrecken der Schützengräben und protestierte mit seinem Gedicht ‚Soldier’s Declaration‘ (1917), infolgedessen er in ein militärisch-psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert wurde.

Dort freundete er sich mit einem anderen Dichter, Wilfred Owen, an, der wohl der beste Dichter seiner Zeit war und eine Woche vor dem Waffenstillstand im Gefecht am Sambre-Oise-Kanal getötet wurde.

Zu den großen literarischen Werken, die infolge des Ersten Weltkriegs entstanden sind, gehören:

  • Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque, 1929
  • In einem andern Land (A Farewell to Arms), Ernest Hemingway, 1929
  • The Complete Memories of George Sherston, Siegfried Sassoon, 1937
  • Undertones of War, Edmund Blunden,1928
  • Strich drunter! (Good-bye to All That), Robert Graves 1929
  • Testament of Youth, Verga Brittain, 1933

Australien hatte auch seinen Anteil an literarischen Reaktionen auf den Krieg, wobei sich die dortige Literatur oft auf die Loyalität gegenüber England konzentrierte und den Wunsch erkennen ließ, seine Nation mit der Vorstellung des tapferen Buschmanns zu versehen, der mit dem findigen Soldaten verschmolzen war.

Zu den beliebtesten gehören:

  • My Brother Jack von George Johnston, 1964
  • A Fortunate Life, Albert Facey, 1981
  • The Desert Column von Ion Idriess, 1932
  • Flesh in Armour von Leonard Mann, 1932
  • The Middle Parts of Fortune: Somme & Ancre 1916 von Frederic Manning, 1929

My Brother Jack ist ein australischer Klassiker geworden, der die Vorstadt-Kindheit des David Meredith ins Gedächtnis ruft, der im ‚formlosen Schatten‘ des Krieges aufgewachsen ist, in Ehrfurcht vor seinem rowdyhaften Bruder Jack, gefangen im Strudel der Zeit:

‚… Die Stadt hat verbissen ihr eigenes Leben geführt, das genau zu seiner wilden, schwulen, rebellischen Haltung passte. Das Jazz-Zeitalter hatte seinen Höhepunkt erreicht … Jenseits unseres sauber abgesicherten Umkreises schien die Welt plötzlich verändert … Und in eifrigem, aufbrausendem Bestreben ging mein Bruder Jack mit Brilliantine in den Haaren los.‘

Der Krieg brachte auch Kinderbuchautoren hervor, insbesondere Alan (AA) Milne, der an der Somme gedient hatte und nach seiner Invalidität rekrutiert wurde, um Propaganda für den britischen Militärgeheimdienst MI7b zu schreiben.

Milne war ein Pazifist, der moralische Schwierigkeiten mit seiner Aufgabe hatte. Nach dem Krieg schrieb er Kinderbücher basierend auf den Spielsachen seines Sohnes – das berühmteste war Winnie Puuh (Winnie the Pooh). Er nannte den Bären ‚Winnie‘, dabei war er inspiriert von einem kanadischen Bären (Winnipeg), der im Zoo von London gehalten wurde, während sein Besitzer in Frankreich diente.

Die Biographin Ann Thwaite fand heraus, dass Winnie für Milne eine Flucht vor den Traumata des Krieges darstellte:

‚Er konnte nicht über den Schmutz, den Gestank, die Läuse, die Ratten, die fehlende Privatsphäre, die ständige Angst schreiben. Er konnte die Leichen nicht beschreiben … und den sinnlosen Irrsinn des ganzen schrecklichen Gewerbes.‘

George Johnston, ehemaliger Kriegsberichterstatter und Autor von My Brother Jack
Der kanadische Soldat Harry Colebourn und sein schwarzer Bär Winnie
Referenzen

Literaturverweise:

  • Ann Thwaite. A. A. Milne: His Life. London: Bello, 2014.
  • Paul Fussell. The Great War and Modern Memory. New York: Oxford University Press, 2000.
  • Phyllis Fahrie Edelson. Australian Literature: An Anthology of Writing from the Land Down Under.
  • George Johnston. My Brother Jack. Angus & Robertson. 2012.

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