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Villers-Bretonneux: „Frankreich und Australien, auf immer vereint…“

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Veröffentlicht am 16 Oktober 2017

Ein kleines Dorf in Frankreich wird sich für alle Zeiten an die Aufopferung junger Australier erinnern, die sie 1918 vor der deutschen Besetzung und der potentiellen Zerstörung retteten.

Am 24. April wurde Villers-Bretonneux von den Deutschen bei ihrem Vorstoß zur Regionalstadt Amiens erobert. Wenn sie ihr Ziel erreicht hätten und bis zur französischen Küste gelangt wären, hätte dies die britischen und französischen Armeen getrennt und die Sache der Alliierten wäre vielleicht verloren gewesen.

Das Schicksal von Amiens stand auf dem Spiel, als zwei australische Brigaden die Aufgabe erhielten, Villers-Bretonneux durch eine schnelle nächtliche Gegenattacke zurückzuerobern. Eine Brigade sollte von Süden angreifen, während die andere aus dem Norden attackieren sollte.

Der Angriff begann um 22 Uhr am 24. April. Die 13. Brigade im Süden wurde durch deutsche Maschinengewehre aufgehalten, bevor die Australier es schafften, sich östlich des Dorfes zusammenzuschließen. Im Morgengrauen des 25. April waren die australischen und britischen Truppen in schwere Gefechte verwickelt, um die Deutschen aus dem Dorf zu vertreiben. Einige Deutsche entkamen von Villers-Bretonneux durch die nahegelegenen Wälder.

Später am Morgen des 25. Aprils, genau drei Jahre nachdem die Anzacs in Gallipoli gelandet waren, wurden französische und australische Fahnen über Villers-Bretonneux gehisst.

Ein britischer General nannte den australischen Angriff später „die vielleicht großartigste einzelne Tat des Krieges“.

Die australische Flagge weht noch immer über Villers-Bretonneux und eine Gedenktafel am Rathaus erinnert an die Ereignisse dieser Nacht. Nach dem Krieg halfen Schulkinder in Victoria, Australien, dabei, Mittel für den Wiederaufbau der Dorfschule aufzubringen, die „Victoria School“ genannt wird. Eine Gedenktafel erinnert an das Opfer der australischen Soldaten, die „Diggers“ genannt wurden:

Zwölfhundert australische Soldaten, die Väter und Brüder dieser Kinder, gaben ihr Leben bei der heldenhaften Rückeroberung dieser Stadt von den Invasoren am 24. April 1918 und sie wurden in der Nähe dieser Stelle begraben. Möge die Erinnerung an die großen Opfer für das gemeinsame Ziel Frankreich und Australien auf immer im Bündnis der Freundschaft und gegenseitigen Wertschöpfung verbinden.

Eine weitere dauerhafte Erinnerung sind die Worte auf einem Schulgebäude und über den Tafeln: „N’oublions jamais l’Australie“ – „Vergessen wir niemals Australien“.

Die besondere Beziehung zwischen den Menschen von Villers-Bretonneux und Australien wurde nach den Buschbränden des „Schwarzen Samstags“ 2009 in Victoria wieder hervorgehoben. Als die Bewohner von Villers-Bretonneux hörten, dass die örtliche Strathewen Primary School zerstört wurde, sammelten sie Geld für den Wiederaufbau der Schule. Diese Geste, fast ein Jahrhundert nach der Schlacht von Villers-Bretonneux, ist ein Zeugnis des dauerhaften Bandes zwischen zwei großen Verbündeten.

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