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Unterhaltung in Kriegszeiten

Die 2. Pionierbattalionsband, aus der Thuillier-Sammlung von Glasplattennegativen. Aufgenommen von Louis und Antoinette Thuillier in Vignacourt, Frankreich, in den Jahren 1916 bis 1918 (AWM P10550.003).

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Veröffentlicht am 10 Februar 2018

An der Westfront mussten Soldaten stundenlang in Gräben stehen und immer auf einen Angriff vorbereitet sein. Sie durften nicht schlafen und erledigten ihre alltäglichen Pflichten.

Langeweile war weit verbreitet und wenn die Männer Freizeit hatten, spielten sie Karten und Bingo, lasen, was auch immer ihnen in die Finger kam, und schrieben Briefe an die Familie und die Freunde zu Hause.

Unterhaltung war wichtig, um die Monotonie zu durchbrechen und den Kampfgeist aufrechtzuerhalten.

Die australische Regierung beschäftigte sogar Musiker, um zum Kampf zu blasen, feierliche Anlässe zu begehen und während der Erholungszeiten Unterhaltung zu bieten.

Es war nicht ungewöhnlich, die Soldaten in den Gräben singen zu hören.

Die am weitesten verbreiteten Lieder waren „Pack Up Your Troubles in Your Old Kit-Bag“ („Pack deine Sorgen in deinen alten Tornister“, 1915), „It’s a Long Way to Tipperary“ („Der Weg nach Tipperary ist weit“, 1912) und „Keep the Home-Fires Burning“ („Hütet die heimischen Feuer“, 1914), das an Zuhause erinnerte und die Stimmung hob.

„Pack Up Your Troubles“ ist am meisten für seinen Refrain bekannt:


Was bringt es, sich zu sorgen?

Es hat sich noch nie gelohnt, darum

pack deine Sorgen in deinen alten Tornister

und lächle, lächle, lächle.

 

Viele dieser Lieder wurden beliebte Varietéschlager, die mit Komödie, besonderen Darbietungen und Varietéaufführungen gemischt wurden, um das Publikum sowohl an der Heimatfront als auch im Ausland zu unterhalten.

Der erste Weltkrieg war ein Höhepunkt der Musikhallen, Varietés und Theater, die sich die Stimmung im Volk zunutze machten und Unterstützung für die Kriegsanstrengungen mobilisierten.

Einige Lieder warben für die Einberufung, wie „All the Boys in Khaki get the Nice Girls“ („All die Jungs in Khaki kriegen die netten Mädchen“, 1915), während andere die Kriegserfahrung verspotteten, mit „Oh! It’s a lovely war“ („Oh! Es ist ein reizender Krieg“, 1918) als bekanntestem Beispiel.

Das Kino hatte seine Anfänge im Jahrzehnt vor dem Krieg und Soldaten auf Fronturlaub standen wie die Daheimgebliebenen Schlange, um das “Filmtheater” zu besuchen.

Das erste Kino Großbritanniens wurde 1907 eröffnet. Zu Kriegsbeginn gab es mehr als 5.000.

Das neue Medium wurde von den Regierungen bald genutzt, um für die Kriegsanstrengungen zu werben, mit Filmen wie The Battle of the Somme (Die Schlacht an der Somme, 1916) und The Retreat of the Germans at the Battle of Arras (Der Rückzug der Deutschen in der Schlacht bei Arras, 1918).

Beliebte Schauspieler wie Charlie Chaplin produzierten und spielten in vielen Propagandafilmen für die Alliierten, darunter Zepped (1916) mit echten Szenen eines Bombenangriffs mit Zeppelinen auf London.

Das Publikum im Krieg verehrte Chaplin und seine Slapstickgags als Mittel gegen die Sorgen ihres Alltags.

So überrascht es nicht, dass Chaplins Figur des „kleinen Tramps“ bei den von den Soldaten selbst organisierten Konzertpartys eine beliebte Kostümwahl war.

Im Kostüm vergaßen die Soldaten eine Zeitlang körperliche und seelische Traumata und legten ihre Hemmungen ab, um einander aufzuheitern.

Referenzen

Fuller, J. G. Troop Morale and Popular Culture in the British and Dominion Armies 1914-1918. Oxford: Clarendon Press, 1990.

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