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Aborigines-Kunst für das Sir John Monash Centre in Auftrag gegeben

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Veröffentlicht am November 1 2017

Zwei Aborigines-Künstler werden in Anlehnung an ihre traditionellen Kulturen für das Sir John Monash Centre in Frankreich Auftragskunst anfertigen.

Der Künstler Laurie Nilsen aus Queensland (Australien) arbeitet an einem dreidimensionalen Kunstwerk für die „Interpretive Gallery“. Der Maler Ray Ken, der aus dem Süden von Australien stammt, gestaltet dagegen ein buntes Wandgemälde für den Funktionsbereich des Gebäudes.

Nilsens Kunstwerk im Eingangsbereich wird den Besuchern helfen, sich in das Australien der Vorkriegszeit zurückzudenken. So bemerken sie, dass sie sich in eine besondere australische Geschichte begeben.

„Goolburris on Foreign Soil“(„Goolburris auf fremdem Terrain“) wird zwei männliche Emus sowie ihre Fußspuren auf dem Boden zeigen. Sie stehen für zwei junge männliche Soldaten, die im Ausland im Krieg kämpfen.

Kens Acrylgemälde trägt den Titel „Kulata Tjuta“ und wird die traditionelle Geschichte vom Speer zeigen, wie sie das Volk der Anangu erzählt. Es steht zwischen der Vorstellung vom Land und der Verteidigung durch dessen Einwohner.

Im Laufe seiner relativ jungen Karriere hat Ken bereits viele Auszeichnungen erhalten. 2003 fing er an zu malen und bildete so wichtige Orte seines Landes und das Wissen ab, das schon seit Generationen weitergetragen wird. Seine Werke sind auch im australischen Kriegerdenkmal und in der National Gallery of Australia zu sehen.

Im ersten Weltkrieg dienten schätzungsweite 700-1000 Ureinwohner als Soldaten der Australian Imperial Forces (AIF). Ungefähr 250 bis 300 von ihnen wurden dabei getötet.

Diese Männer kamen aus einem Teil der australischen Gesellschaft, wo sie wenig Rechte, niedrige Gehälter und schlechte Lebensbedingungen hatten. Zu der Zeit wurden Aborigines und Torres Strait Islander noch nicht als Bürger behandelt und bei Volkszählungen nicht mitgezählt.

Nilsen, der aus dem Volk der Manadandanji stammt, arbeitet mit Zeichnungen, Malerei und Bildhauerei. In seinen Werken verarbeitet er häufig Stacheldraht, um mit dieser Metapher die Kolonialisierung der Aborigines darzustellen, die sich an Veränderungen anpassen und mit Barrieren abfinden mussten.

Seine Auftragskunst wird sich auf das Totemtier seines Volkes, den Emu, konzentrieren. Dieses Tier ist auch das Symbol für die australische Fauna. Der Emu wird als großes, stolzes und widerstandsfähiges Tier bewundert, das nicht rückwärts gehen kann. Es ist somit ein Symbol für eine Nation, die sich nach vorne bewegt und die globale Bühne betritt.

Nilsen wurde auch aus anderen Gründen vom Emu inspiriert: Die Australian Light Horse Brigade trug Emufedern an ihren Schlapphüten und sein Großvater, der Gefreite Percy Anderson, war Teil des 9. AIF-Bataillons. Er kämpfte an der Westfront.

Viele Soldaten aus der Volksgruppe der Aborigines starben von März-April 1918 bei Kampfhandlungen in der Nähe von Villers-Bretonneux. Zu dieser Zeit war in der Milchstraße das Sternbild des Emus zu sehen.

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